Das Panda Update von Google


16.06.2011

Google macht Jagd auf Seiten, die mit Billiginhalten Klicks sammeln. Ein Update namens Panda hat in den USA und England die Ergebnislisten umgepflügt. Google sortiert neu, seit ein paar Tagen auch in Deutschland. Seiten, die mit Billiginhalten Klicks sammeln, sind die Verlierer.

Google hat mal wieder den Algorithmus geändert. Als Ziel hierfür nennt der offizielle Google-Blog, Seiten mit Qualitätsinhalten höher und schlechte Seiten weiter unten in der Ergebnisliste zu platzieren. Das Update soll damit die Sorte Websites abstrafen, die man als Content Farm oder Klickfarm bezeichnet: billige Inhalte, mit denen Suchende auf Werbeangebote gelockt werden. Gleichzeitig sollten hochwertige Sites höher eingestuft werden - solche mit Originalinhalten und ausführlichen Berichten.

Auch wenn Google ständig am Algorithmus herumschraubt, so deutlich wie dieses Mal waren die Auswirkungen noch nie zu spüren. Suchmaschinen-Experten sind sich einig: Panda ist eine kleine Revolution.

Mitte April wurde ein zusätzlicher neuer Algorithmus freigeschaltet, dieser bezieht Daten über von Nutzern blockierte Seiten in die Suchergebnisse mit ein.

Null-Inhalte waren gestern

Eine ganze Branche hat sich darauf spezialisiert, mit billigen Texten auf nichtssagenden Websites möglichst viele Klicks und damit viel Werbegeld einzusammeln. Die Artikel sind "optimiert", allerdings in der Regel nicht auf die Bedürfnisse der Nutzer, sondern auf die Kriterien, die bei Google bislang galten, um eine Seite in der Suchliste nach oben zu schieben. Zu häufig gesuchten Begriffen halten die Textfarmen gleich mehrere Artikel auf einmal vor, die sich inhaltlich kaum unterscheiden. Das Suchwort kommt gehäuft im Text vor, vor allem in der Überschrift.

Damit ist jetzt Schluss! Nach dem amerikanischen Panda-Update sind genau solche Klickfarmen in den Suchlisten abgestürzt. Gewonnen haben Blogs und News-Seiten mit gewöhnlich gut recherchierten Artikeln. Das erste Panda-Update traf allerdings nicht nur Content Farmen: Es führte angeblich auch zu einem Rückgang der Aufträge für freiberufliche Journalisten.

Die Klickfarmen reagieren mit Qualitätsoffensiven und Anpassungen, bisher jedoch ohne Erfolg.

Würden Sie diese Seite einem Freund empfehlen?

Google schweigt darüber, was genau verändert wurde. Allerdings gibt der Administratoren-Blog mit einer Liste von Fragen Anregungen für Webseitenbetreiber. Zum Beispiel: Wie viel Werbung umgibt den Text? Ist der Text einzigartig oder eine Kopie von anderen Texten im Netz? Ist er grammatikalisch und orthografisch in Ordnung? Und: Würden Sie die Seite einem Freund empfehlen? Fachleute vermuten, dass auch die durchschnittliche Besuchsdauer für das Ranking zählt. Kehrt der Nutzer nach nur kurzer Zeit zurück zur Ergebnisliste, wurde wohl nicht das gefunden, wonach man gesucht hatte. Die Seite wird dann als minderwertig eingestuft.

Am 10. Juni berichtet ZDNet.de, dass Google bereits ein Update für seinen Suchalgorithmus Panda für die nahe Zukunft geplant habe. Medienberichten zufolge, solle die Aktualisierung u.a. das Probelm beseitigen, dass Webseiten, die Inhalte lediglich reproduzieren, in den Ergebnissen höher gelistet werden als die Originalquelle.

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